Niedersorbischer TV-Film feiert Premiere auf großer Leinwand

Fotos: Clemens Schiesko

Feierliche Premiere von “SERBSKA UTOPIJA 3 – NOWAKI / NEULINGE” am 17. Januar 2026 im Weltspiegel Kino Cottbus in Anwesenheit von Filmteam und Gästen

Die aufwendige, rein niedersorbische Produktion mit deutschen Untertiteln erlebte an diesem Tag einmalig den öffentlichen Weg auf die große Leinwand in 5.1 Kinotonmischung. Anwesend waren Team und Darsteller, unter anderem Drehbuchautorin Jana Filzhuth, Regisseur Erik Schiesko, Kameramann Clemens Schiesko und die Darsteller Wiebke Scheler-Schulz, Petra-Maria Wenzel-Bulang und Gregor Wieczorek.

Der Film verhandelt ein philosophisches Gedankenspiel: Im Jahr 2038 und dem Zeitpunkt des Kohleausstieges ist die sorbische Lausitz durch digitale Technologien geprägt, in der Vergangenheit und Zukunft auf ungewöhnliche Weise verschmelzen. Schulklassen werden durch virtuelle Nachbauten abgebaggerter Dörfer geschickt, mithilfe moderner Übersetzungsgeräte kann mühelos zwischen Deutsch und Sorbisch vermittelt werden und verstorbene sorbische Persönlichkeiten werden durch digitale Abbilder “zum Leben” erweckt.

Mit “SERBSKA UTOPIJA 3 – NOWAKI” startet das Team der LUSATIA FILM zu einer weiteren Reise zu sorbischen Zukunftskonzepten. Die Geschichte zeichnet den herausfordernden Weg einer Frau zwischen Tradition und Moderne – ein Thema, das derzeit zu den dringlichsten und sensibelsten Fragen innerhalb der sorbischen Gemeinschaft gehört.

Zum Inhalt

2038: Architektin Maja Nowak führt Schülerinnen und Schüler mithilfe von VR-Brillen durch virtuelle Rekonstruktionen verschwundener Dörfer wie Lakoma, die einst dem Braunkohleabbau weichen mussten.
Parallel arbeitet sie im Rahmen einer Ausschreibung an der Idee eines sorbischen Freizeitparks mit dem Titel „Serbska Utopija“. Denn die Region sucht millionenschwere Bauvorhaben für neu aufgeschüttete Inseln auf dem Cottbuser Ostsee. Doch ihre Vision erntet Kritik. Ist ein sorbischer Freizeitpark ein Schritt in die Zukunft — oder ein bunter Zerrspiegel der Geschichte? Marja muss sich erklären, zuhören und zweifeln — und sich selbst fragen, was mit „wir“ gemeint ist. Dabei hat sie selbst sorbische Wurzeln, lebte aber Jahre lang nicht in der Lausitz.

Ein Umstand, der auch zwischen ihr und ihrem Großvater Juri zu einem schmerzhaften Streit führte. Juri weigerte sich entschieden als digitales VR-Abbild weiterzuleben — ein Konzept, das Marja im Rahmen ihrer Projekte befürwortete und mit Ihm, auch Aufgrund von Wünschen der sorbischen Gemeinschaft, gern umgesetzt hätte.
Erst nach seinem Tod stößt Maja auf seinen Nachlass und entdeckt geheimnisvolle Hinweise.

Marja beginnt zu ahnen, dass ihr Projekt „Serbska Utopija“ nicht nur eine Idee der Zukunft ist — sondern vielleicht schon längst Teil einer viel älteren Wirklichkeit war.

Über Thori 40 Artikel
Blauäugiger freiberuflicher Dichter und Denker, Jahrgang 67, Kreativling, Kulturschaffender, Fotograf, Filmperlentaucher und Pfützenländer, Fleischesser und Milchtrinker; wurde als Kind mehrmals geimpft, ohne jemals daran gestorben zu sein; mehrfacher Träger der roten Mai-Nelke und Teilnehmer am Betriebskantinenessen

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